Vorab ein Lob an den Konstrukteuer Mr. John C. Garand und an die Fa. Springfield Armory zur damaligen Entwicklung und Einführung des U.S. Rifles M1 Garand.
Mittlerweile dürfte ich mich bereits fast 15 Jahre mit dem "Garand" beschäftigen. Diese Waffe ist ein Meilenstein in der Militärgeschichte! Alle danach geführten militärische small arms Konzepte basieren letztendlich auf diesem genialen Entwurf.
Seit seiner Einführung im Jahr 1936 bei der U.S. Army ist der Garand für seine Zuverlässigkeit und Treffsicherheit berühmt aber unbeliebt wegen seinem immensen Waffengewicht! Zudem hat der Garand ein sagenhaftes Warmschußverhalten, das die Streukreise bei heißem Lauf meist noch enger werden lässt - was der normalen, einschlägigen Ansicht widerspricht.
Sämtlicher Metallteile wiegen allein bereits 3,3 kg und die Schaftteile nochmals 1,1 kg, also zusammen insgesamt 4,4 kg. Viele amerikanischen Kriegsveteranen klagen heute noch....
Was lag also näher, ein ganz neues Waffenkonzept oder "lediglich" eine Verkleinerung des Waffengehäuses, bei gleichzeitiger Reduzierung der Patronenlänge? Die Einhaltung der von Mr. Garand entwickelten Konstruktionsmerkmale konnte man ja beibehalten... Es war ersichtlich, dass man auf dem "alten Entwurf" aufbauen und die Erfahrung mit dem Garand in die neue Entwicklung einfließen lassen würde - was dann zur Einführung des M14 führte.
Die damals, nach meiner Ansicht vorliegende "Ängstlichkeit" einen Lauf zur Gasentnahme anzubohren führte dazu, dass man dies erst am Mündungsende "wagen" konnte - aber gerade dieser Schritt führte zu dem "Mangel" des hohen Waffengewichts.
Eigentlich war es ein logischer Schritt, der die Konstrukteure dazu bewegte die Gas- entnahmebohrung weiter nach hinten zu verlegen. Man hatte jetzt auch beim Kaliber 308 Win. mehr Power! Bei einem Laufwechsel des Garands vom Kal. .30-06 in das Kaliber .308 Win. kann jeder ein Lied singen, bis man zuweilen die Funktion wieder hinbekommt!
Ein weiteres Merkmal wurde jetzt beim M14 integriert, das sich vom Garand unterschied - ein neues geschlossenes Gasdrucksystem!
Meine eigenen Versuche den Garand im Kal. .308 Winchester mit M14 Magazin auch letztendlich noch mit einem mittig sitzendem Zielfernrohr zu bestücken, waren zwar fortschrittlich - aber irgend etwas stimmte nicht.....
Es konnte nicht sein, dass ich auf 100 m mit offener Visierung bessere Streukreise erzielte, als mit einem Zielfernrohr eines namhaften europäischen Herstellers bei 10-facher Vergrößerung....
Der einzige Grund war das "offene" Gasdrucksystem des Garands, welches man mit einem Auspuff vergleichen könnte! Bei jedem Schuß wird der Gaszylinder von extrem heißen Pulvergasen durchströmt. Durch die "Dünnwandigkeit" wird dieser schneller aufgeheizt als der Lauf selbst. Unweigerlich, aber nicht unbedingt sofort ersichtlich, beeinträchtigen bereits ab dem 4. Schuß Hitzeschlieren durch Wärmeabstrahlung den Streukreis beim Schießen mit dem ZF.
Sieht man den Einatzbereich heutiger Infanteriewaffen, bedingt dies meist den Wunsch nach größerer Reichweite und Kaliberausahl. Nimmt man das kleine Ver- schlußsystem weiterhin vom Rifle M14 ist man "beengt" in der Kaliberwahl. Ein "fortschrittlicher Rückschritt" wäre wiederum ein Rückgriff auf das alte System von Mr. John Cantius Garand ( TIT - The Innovative Tradition).
Auf jeden Fall sollten auch hier Konstruktionsfehler wie beim M 16 A1, M 16 A2, vor allem dem M 60, wie auch M 2 und M 203 vermieden werden!