
Kniegelenkverschluss
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Nun, in ihrem Aussehen ist sie seltsam, aber dafür leicht wiederzuerkennen - die Parabellum Pistole.
Bereits als heranwachsendes Kind habe ich auch die Wörter Parabellum, Pistole, Luger und vor allem die Benennung "08" vernommen und als wichtige Symbole eingestuft.
Später als Büchsenmacher-Lehrling war sie meine "Rettung" aus dem manchmal doch monotonen, stumpfsinnigen Feilen an Flächen verschiedener Werkstücke, Visiere, Zielfernrohmontage-Teilen und vor allem, dem obligatorischen Würfel. Gerade dieser Würfel ließ mich an meiner Berufswahl zweifeln, dieses simple Stück-Eisen, es wurde den Anforderungen eines Würfels nie gerecht und er wurde bei der endlosen Bearbeitung kleiner und kleiner.
Da lag sie nun auf "meiner" Werkbank die "08" zwar stark verrostet - doch voller Eifer wurde sie von mir in den nächsten Wochen restauriert...
Sollten bis hier auch jene Gralshüter der Parabellum-Pistole gefolgt sein, möchte ich auch sie nicht vergessen!
Neben dem Erwerb des Meistertitels im Büchsenmacher-Handwerk erwarb ich sehr gute Kenntnisse auch im militärischen Bereich als "Inspector Quality Control Armament", "Foreman Small Arms Repair" sowie als "Chief Small Arms Repair" bei den amerikanischen Streitkräften (U.S. Army).
Gerade die Reparatur an amerikanischen Waffensystemen ließ mich erkennen, dass das Verschlusssystem von Hiram Maxim, der Kniegelenkverschluss, in seiner abgewandelten Version auch noch in modernen "Light-Machine-Guns" anzutreffen ist. Also wer möchte es bestreiten, dass es in der Technik evolutionäre Vorgänge gibt, ja wenn man sich darauf besinnt, alles Wachstum, alle Veränderung, ja alle Verbesserungen und Neuerungen auf "alten Systemen" aufbauen - dies sogar müssen! Was lag also näher, unter der Berücksichtigung des damaligen Einsatzbereichs, der Parabellum Pistole als nahezu "universelle Waffe" dies mit den Ideen der späteren militärischen Technik zu verbinden.
Hätte Herr Luger das gewollt? Ich glaube wenn er sich auf sein eigenes "Tun" besinnt - mit Sicherheit - ja. Aus unserer Sicht ist dies leichter zu beantworten! Hat er nicht die unhandliche Borchardt Pistole, handlicher und auf seine Weise praxistauglicher für die militärischen Zwecke gestaltet? Es war für Ihn kein Sakrileg die Borchardt Pistole abzuändern, er hätte letztendlich ebenso praxistauglichen, verwertbaren Ideen zugestimmt
Nun, der Kniegelenkverschluss ist veraltet, die Pistole ist Geschichte. Ist es nicht gerade deshalb wichtig sich mit Geschichte zu befassen und sie manchmal in dieser Form aufleben zu lassen? John Martz USA, Herr Nedbal (Wien), Hakan Spur, Fa. Böddecker & Wagner, KTS und viele mehr ließen sich hier einreihen.
Wo kann man sich derart nah mit Geschichte. einem wirklichen Teil, - einem Stück Geschichte befassen. Die zusammengestückelten "VOPO 08" bieten uns sogar die Möglichkeit selbst an diesen Stücken unbesorgt, direkt am "Original" kreativ zu werden. Oder klingt es überheblich - sich vielleicht sogar zu messen.
Bei der "Baby Luger" scheint mir dies unbewusst gelungen zu sein. Georg Luger baute seine eigene, persönliche Pistole mit einer Magazinkapazität von 7 Schuss. Hierzu änderte er eine Pistole mit Griffsicherung ab. Änderungen auf 6 Schuss sind aber nur möglich bei Griffstücken mit Kupplungsleiste....
Bei all dem gelangt man auch zu einer gewissen Hochachtung, denn bei der maschinellen, damaligen Ausstattung muss man gestehen die "Alten hatten mehr drauf"! Den Einen geht es zu weit , den Anderen nicht weit genug,